Workshop: Wie Rohwolle zu feinem Garn wird

Antike Göttinnen sollen Schicksalsfäden gesponnen haben. Im Märchen wird Stroh zu Gold gesponnen. Allein daran zeigt sich, welch lange Tradition das Spinnen von Garn hat. Wer weiß heute noch, wie viele Arbeitsschritte nötig sind, um Garn für einen Pulli oder eine Wolldecke herzustellen?

Das Projekt „Schafskleid“ wurde ins Leben gerufen, um den Wert der heimischen Schafwolle wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rufen.

Der Trend zeigt, dass der Wert der Schafwolle wieder neu „entdeckt“ wird. Schafwolle zu verarbeiten hat schon lange keinen antiquierten und nostalgischen Touch mehr, sondern ist ein ökologisch und ökonomisch sinnvoller Umgang mit Ressourcen aus dem ländlichen Raum.

Dass Schafwolle dau­nenweich sein kann und nur wenig mit der käuflichen Strickwolle zu tun hat, ist in Woll-Kreisen inzwischen bekannt. Sie ist atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und kaum allergen. Nicht umsonst feiert sie neuerdings auch ein Comeback in der Outdoor-Kleidung. Nur mit Verwendung der alten Wollverarbeitungstechniken wird das Potenzial der „Schafwolle“ voll ausgeschöpft. Irgendwann ist man an der Stelle wo man seine Wolle nicht nur fix und fertig kaufen will. Nein, man will auch vom geschorenen Schaf die Rohwolle selber waschen, kardieren und dann verspinnen.

Lust auf die Wiederentdeckung eines alten textilen Handwerks?

Verarbeitet wird die Rohwolle heimischer Schafe, frisch vom Tier bis zum strickfertigen Garn für den eigenen Verbrauch. Verarbeitet werden Schafvliese aus aktueller frischer Schur aus der Eifel. Die Wolle stammt aus Schafen aus natürlicher Freilandhaltung; meistens handelt es sich um Merinoschafe.

An zwei Tagen, jeweils Samstag und Sonntag, begleite ich Sie durch folgende Wollverarbeitungsschritte: Rassetypische Merkmale kennen lernen, waschen, spülen und trocknen, kardieren und kämmen, Kammzug und Vlies herstellen, verspinnen und verzwirnen, mit der Handspindel und am Spinnrad – erste Versuche! Nach unserem Workshop versteht jeder den enormen Preisunterschied zwischen Rohwolle beim Bauern und einem Wollknäuel im Laden. Sie werden Staunen, wievel Arbeit in einem einzigen Wollknäuel steckt!

Jeder gut ausgeführte Arbeitsschritt spart Zeit beim Nächsten. Das heisst, eine gut sortierte Wolle ist schneller gewaschen, eine gut gezupfte Wolle ist leichter zu kardieren…

Die schonende Verarbeitung von Wolle zu Garn

Es hat sich ein 2 Tageskurs bewährt über insgesamt 12 Seminarstunden. Samstag, Sonntag arbeiten wir intensiv je 6 Stunden zusammen für den Preis von 96 € pro Person. Um maximale Lernerfolge in unserem Workshops zu gewährleisten, folgen wir unseren Grundsätzen nicht mehr als 5 Teilnehmer aufzunehmen. Nur so ist gewährleistet, das wir für jeden Teilnehmer alle Fragen und Unsicherheiten klären und bei den praktischen Übungen helfen können.

Termin: von 28. Juli um 10:00 Uhr bis 29. Juli um 16:00 Uhr

Schauen Sie auch unter Wolle waschen und spinnen – ein sinnliches Erlebnis und unten in den Kommentaren unserer Teilnehmer! Oder besuchen Sie auch den Folgekurs: Wolle färben mit Pflanzenfarben

2018-07-05T06:43:21+00:00

3 Comments

  1. Sylvia M. 17. Mai 2018 um 10:03 Uhr - Antworten

    Ich war auf dem 1. Workshop im Mai da und ich fand es toll! Handwerk und Informationen gehen bei dabei Hand in Hand. Ich hätte nie gedacht wieviel Arbeit in einem Knäuel Wolle steckt! Verbunden wurde harte Arbeit zur Entspannung – Eine interessante Kombination, die man einfach erlebt haben muss. Es wurde viel vertiefendes Wissen rund ums Handwerken mit Rohwolle geboten. Danke Claudia war sehr schön selber etwas zu kreieren. Ich freue mich auf den nächsten Workshop!!!

  2. Angela F. 29. Mai 2018 um 17:09 Uhr - Antworten

    Ich wurde zu diesem Workshop eingeladen und so alles rund ums Handarbeiten ist eigentlich so gar nicht meine Welt. Aber das war so eindrucksvoll und hat soviel Spaß gemacht, dass ich wirklich gerne noch mehr darüber erfahren möchte. Vielleicht bietet ihr ja für so Handarbeitsbanausen, wie mich, auch mal einen Häkel- oder Strickkurs an – ich würde mich freuen! Weiterhin viel Erfolg!

  3. Sabine Neuhaus 3. Juli 2018 um 20:09 Uhr - Antworten

    Wir waren am 30.6/01.07. da und es war ein sehr interessantes und lehrreiches Wochenende. Vielen Dank Claudia, auch für deine liebevolle Betreuung. Liebe Grüße von Pia und Sabine

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