Wolle waschen und spinnen – ein sinnliches Erlebnis!

Bei einer Schafschur waren früher ganze Familien beteiligt. Erst trieb man die Schafe durch das Wasser, um die Wolle “vorzureinigen”. Nach der Schur wird die Wolle dann richtig gewaschen.

Mal davon abgesehen das ich natürlich jedes Schäfchen gestreichelt habe das mir bisher über den Weg lief, aber mit so frisch geschorener Schafwolle hatte ich bisher rein gar nichts zu tun. Es hat ganz ordentlich nach Schäfchen gemüffelt, so gar nicht wie im Streichelzoo.

Das mag sich jetzt vielleicht etwas merkwürdig anhören wenn ich davon schwärme, wie toll es ist bis zu den Ellenbogen in dreckiger Wolle zu stecken – aber wie die frische Wolle sich anfühlt ist total gut. Sehr fettig aber weich…ganz interessant. Es ist wirklich ein haptisches Erlebniss, wie sich die Wolle im Laufe der Arbeitsgänge verändert. Diese Arbeit nahm einen ganzen Monat in Anspruch. Doch es war etwas ganz Besonderes.

Die schwarzen Schafe in der Familie sind oft die Nettesten.

Nach einem Besuch im Heimatmuseum, wo ich der Spinnerin bestimmt 4 Stunden zugeschaut habe, wollte ich unbedingt ein Spinnrad haben. Eines, das Charakter hat und mich mit seinem Quietschen und Knarzen an die geheimnisvollen Märchen aus meiner Kindheit erinnert. Doch an meinem allerersten Knäuel Wolle wäre ich beinahe verzweifelt.

Die Natur hat manch Unbequemes zwischen ihre schönsten Gaben ausgestreut.

Von feinen Fäden keine Spur. Stattdessen ähnelte mein erstes Knäuel eher einer endlosen Kette von unterschiedlichsten Regenwürmern (siehe Foto oben). Mal war das Garn dick, dann wieder dünn und dann ganz dick… Es sah so schrecklich aus, dass es fast schon Kunst war. Das war schon ziemlich frustrierend. Ich habe es aber nicht übers Herz gebracht, es wegzuschmeißen. Aber mein Ehrgeiz war geweckt – und nach insgesamt sechs Stunden hat es endlich geklappt! Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich damals über den ersten annehmbaren Faden gefreut habe!

2018-07-04T03:40:34+00:00

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